22.05.2017

Portal geht gegen Belästigungen, Beleidigungen, Bloßstellungen und Bedrohungen vor

Schutz vor Cybermobbing

Cybermobbing, sexuelle Belästigung oder Abzocke: In den Untiefen des Internets lauern vor allem für Kinder und Jugendliche reichlich Gefahren. Das Portal Juuuport bietet Hilfe auf Augenhöhe: Hier beraten Jugendliche andere Jugendliche.

Die Zahlen sind erschreckend.  Verschiedenen Studien und Zeitungsberichten zufolge wurden zwischen 38 und 50 Prozent aller Jugendlichen schon einmal Opfer von Mobbing im Internet. Die Formen dabei sind vielfältig, mal ist das Video einer hinterhältigen Schlägerei auf dem Schulhof, das da plötzlich bei YouTube oder Facebook gepostet wird, mal sind heimlich auf einer Toilette oder beim Sex aufgenommene Fotos einer Mitschülerin, die per Whatsapp oder auf Instagram die Runde machen, oder ganz einfach nur dumme Pöbeleien („Du Opfer“). Die Formen von Cybermobbing, Cyberstalking oder E-Mobbing sind – von der Beleidigung, über das Bloßstellen und Bedrohen bis hin zur wiederholten Belästigung - ebenso vielfältig wie fies. Ihnen ist nur eines gemeinsam: Der anhaltende Missbrauch der sozialen Netzwerke, um das Opfer zu demütigen.

Selbsthilfe statt Hoffen auf den Staat

Jugendliche helfen sich gegenseitig, wenn sie bedroht, beleidigt oder belästigt werden (Bildschirmfoto: Juuuport)

Da aber die Bundesregierung und hier vor allem Justizminister Heiko Maas (SPD) – entgegen anderslautender Ankündigungen – bei der Bekämpfung der sogenannten Hasskrimininalität nicht vom Fleck kommt, gewinnt die Plattform Juuuport aktuell mehr und mehr an Bedeutung. Juuuport ist eine Beratungsplattform, auf der sich Jugendliche gegenseitig bei Problemen mit dem Internet helfen. Über ein Kontaktformular kann sich dabei jeder an erfahrene Scouts wenden, oder seine Frage öffentlich im Juuuport-Forum posten. Juuuport legt dabei besonderen Wert auf die Anonymität der Fragesteller und sämtlicher Scouts. Die Angabe von vollständigen Namen, E-Mail-Adressen oder Telefonnummern ist auf Juuuport weder erwünscht, noch erlaubt.

In über 80 Prozent aller Anfragen, geht es nach Angaben von Juuuport-Redakteurin und Pressereferentin Lea Römer um Cyber-Mobbing. Auch das Portal der Deutschen Bischofskonferenz katholisch.de hat sich dem Thema Cybermobbing bereits mehr als einmal genähert und für Betroffene eine Reihe von Tipps zusammengestellt.

Zehn Gebote der Digitalen Ethik

Zehn Geboten gegen Mobbing und Sexting (Screenshot)

Darüber hinaus werden auf Juuuport aber auch Themen wie Sexting (der Austausch sexueller Anzüglichkeiten über „mobile Messaging“), Abzocke, Datensicherheit oder Technik beantwortet. Das Projekt wurde laut Wikipedia bereits 2010 (unter dem Motto: Wir helfen Dir!) von der niedersächsischen Landesmedienanstalt ins Leben gerufen. Zu den Trägern gehören inzwischen aber auch die Medienanstalten von Bremen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern sowie Sachsen-Anhalt. Natürlich ist Juuuport auch selbst in allen Sozialen Netzen, zum Beispiel Facebook, präsent.

Erst jüngst hat die Plattform „Zehn Geboten der Digitalen Ethik“ verabschiedet. Mit der Initiative wollen Jugendliche und Studierende gegen Mobbing im Internet vorgehen. „Wir machen die Erfahrung, dass das sehr zunimmt“, sagte Lea Römer. Das vierte Gebot der Reihe laute deshalb: „Lasse nicht zu, dass jemand verletzt und gemobbt wird.“ Einer KNA-Meldung zufolge sind die Gebote Aufforderungen, sich bei Intoleranz einzumischen und Anfeindungen im Netz aktiv entgegenzutreten. Zudem ermuntern die Initiatoren die Nutzer, im Netz nicht zu viel von sich selbst preiszugeben, nicht alles zu glauben, was online steht, und nicht jedem im Netz zu vertrauen. Besonders wichtig ist hier das achte Gebot, das da lautet „Messe deinen Wert nicht an Likes und Posts.“ In diesem Sinne!

Ihr Webreporter Andreas Kaiser